Zeitungsbericht unseres Neujahrsempfangs

Veröffentlicht am 08.02.2010 in Pressemitteilungen

Norbert Zeller: „Vernunft statt Parteipolitik“

Wer dachte, die SPD sei nach dem Debakel der Bundestagswahl im Büßergewand unterwegs, der musste sich am Mittwochabend in der Alten Schule in Sigmaringen belehren lassen. Jusos und Mutterpartei hatten zum gemeinsamen Neujahrsempfang geladen und boten mit Norbert Zeller einen Bildungsexperten als Redner.

Juso-Chef Christian Wälze, der Landtagsabgeordnete Norbert Zeller und die stellvertretende Kreisvorsitzende Veronique Lassake waren mit dem ersten Neujahrsempfang sichtlich zufrieden.
Foto: Fahlbusch

Sigmaringen – Zeller ist Landtagsabgeordneter aus Friedrichshafen und Vorsitzender des Landtagsausschusses für Schule, Bildung und Sport. Mit einem kleinen Deputat unterrichtet er noch immer an einer Haupt- und einer Sonderschule und wenn er über Bildungspolitik spricht, dann ist die Sach- und Fachkenntnis unüberhörbar. Auch am Mittwoch ging es nicht um Parteienideologie. „Wir stecken in der Bildungskrise“, sagt Zeller. Alte Konzepte bieten keine Hilfe, wenn es darum geht, Kindern aus benachteiligten Familien eine Chance zu geben. Die Forderung ist klar: „Die Abhängigkeit von der Herkunftsfamilie muss reduziert werden.“

Zeller hob die zentrale Bedeutung der vorschulischen Bildung hervor und kritisierte, dass die Landesregierung die Gelder für die flächendeckende Einführung des Bildungs- und Orientierungsplans für die Kindergärten nicht zur Verfügung stelle. „Was ist, wenn Kinder die falschen Eltern haben?“, fragte Zeller provozierend und forderte, Erzieherinnen auch im diagnostischen Bereich ausbilden, damit Defizite rechtzeitig erkannt werden. Auch der Wechsel vom Kindergarten zur Schule müsse besser gestaltet werden und dass das dreigliedrige Schulsystem keine Zukunft hat, das ist dem Bildungsexperten schon lange klar. Nicht alle der zahlreichen Lehrer im Auditorium mochten dem folgen. Doch einig war man sich wohl in der Einschätzung, dass Änderungen dringend notwendig sind. „Kein System in der Welt trennt die Kinder so schmerzhaft wie Deutschland“, kritisierte Zeller die Tatsache des Ausleseverfahrens nach der 4.

Klasse. Gemeinsames Lernen sei ein erfolgreiches Lernen. Die „Scheuklappenhaltung in Baden-Württemberg“ sei eine Versündigung an den Kindern. Auch in CDU-regierten Ländern habe man die Hauptschule abgeschafft. „Jetzt geht es nicht um Parteipolitik, sondern um Vernunft.“ Die neue Werkrealschule ist für Zeller ein „Etikettenschwindel“.

Nach einer Prognose der GEW werden 74 Prozent der Hauptschulen in Baden-Württemberg verschwinden. Im Kreis Sigmaringen werden es bis zum Jahr 2020 neun Hauptschulen sein. Die „Schule im Dorf“ werde es dann nicht mehr geben. Dabei ist für Zeller klar: „Nur gemeinsames Lernen heißt auch Schulstandorte sichern.“

In der sehr regen Diskussion machte ein Lehrer die Forderung deutlich: „Wir brauchen eine Revolution.“ Das bedeutet mehr Lehrer für kleinere Klassen, Zusatzqualifikationen für Pädagogen und vor allem Chancengleichheit für alle. Beim anschließenden Imbiss wurde rege weiter diskutiert und das Ergebnis war klar: Bildung ist ein Zukunftsthema, das jeden betrifft. Juso-Kreisvorsitzender Christian Wälze war mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Die Nachwuchssozis hatten die Organisation übernommen und alles gedacht – sogar die musikalische Einstimmung. Das allgemeine Lob war durchaus berechtigt.

Aus dem Südkurier

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