Kritik an Zoller und Schwäbische Zeitung

Veröffentlicht am 12.11.2020 in Aktuelles

Erst die Tarifflucht durch den Austritt aus dem Arbeitgeberverband, jetzt die geplante Schließung der Kantinen in Laucherthal und Herbertingen. Mich empören als Vorsitzender des Sigmaringer Kreis-DGB und stellvertretenden SPD-Ortsvereinsvorsitzenden von Pfullendorf die Vorgänge bei der Firma Zollern. Für mich ist es das unsozialste Werk einer vermeintlichen Kostenersparnis, abgewälzt auf dem Rücken der Belegschaft. Ich stellen dazu eine Gegenrechnung auf: Zieht man die aktuell bekannten Umsatzzahlen zu Rate, so erwirtschaftet der Konzern pro Mitarbeiter etwa 162000 Euro im Jahr. Die Kosten der Kantine für die 1500 Beschäftigten hier vor Ort belaufen sich auf etwa 400 Euro pro Mitarbeiter im Jahr. Da stinkt doch der Fisch vom Kopf her. Zumal es dafür auch noch Zuschüsse gibt. 13 Kolleginnen und Kollegen wegen einer solchen Lapalie auf die Straße zu setzen, halte ich für schäbig und für eine beschämende, willkürlich per Rotstift vollzogene Strategie. Die Geschäftsleitung von Zollern wäre gut beraten, sich endlich auf ein seriöseres, gemeinschaftliches Konzept mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft zu besinnen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. 

Der Untertanengeist in örtlichen Medien treibt schon seltsame Blüten. So wurde dieser Leserbrief von der Schwäbischen Zeitung in Sigmaringen abgelehnt mit der Begründung, dass sich die IG Metall bereits zur Kantinenschließung geäußert habe und sie keine Meinung von weiteren Gewerkschaftsfunktionären veröffentlichen könnten. Ein weiterer Vorstoß, diesen Leserbrief wenigstens als private Meinungsäußerung zu akzeptieren, blieb unbeantwortet. Meinungsfreiheit geht anders.


Jürgen Witt, DGB-Kreisvorstand und stellvertretender Vorsitzender SPD OV Pfullendorf

 

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